S - Von Sacco bis Super Stoffe

Sacco
Das “Sacco” ist Bestandteil des Anzugs mit zugehöriger Hose aus gleichem Stoff. Als Sportsacco wird es in Kombination mit farblich oder qualitativ abweichender Hose getragen. Dolzer bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Saccoformen an und unterscheidet mit 14 verschiedenen Modellen zwischen Ein- und Zweireiher, Sportsacco, Blazer und Trachtenjacke.

Samt
“Samt” ist ein durch Weben hergestellter Stoff, welcher durch seine dichte Oberfläche aus feinsten Kurzfasern eine außergewöhnliche Sanftheit aufweist und Blazern, Mänteln und Saccos eine elegante Note verleiht. Bereits im 13. Jahrhundert tauchte Samt in Italien auf und wurde damals schon als Bezugsstoff z. B. für Kissen verwendet. Zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert war die Stadt Krefeld lange Zeit das europäisches Zentrum für die Produktion aufwendiger und kostbarer Stoffe aus Samt und Seide, weswegen sie den Beinamen “Samt- und Seidenstadt” erhielt.

Satin
“Satin” ist ein feines, glattes Gewebe mit einer dezent glänzenden Oberfläche. Satin fühlt sich besonders anschmiegsam und fein an und ist sehr beliebt bei eleganten Blusen, Hosen, Kleidern, Röcken, Unterbekleidung oder Bettwäsche. Charakteristisch ist, dass Satin auf einer Seite glänzt und auf der anderen matt ist.

Sattelrock
Unter “Sattelrock” versteht man einen Damenrock, der aus einem glatten, körpernahen Teil von Taille bis zur Hüfte (Sattel) und einem angesetzten Rockteil besteht, das sowohl gerade als auch ausgestellt fallen kann. Durch den Sattel wird die Hüftpartie positiv betont und die Figur der Trägerin wirkt optisch besonders schlank.

Schalkragen
Der “Schalkragen” ist eine Kragenform, die direkt an das Revers genäht wird und somit schalartig am Hals liegt. Verwendet wird der aus Seide gefertigte Schalkragen meist für Smokingjacken oder Dinner-Jackets.

Schappe
“Schappe” bzw. “Schappeseide”, auch “gesponnene Seide” genannt, wird der Bezeichnung zufolge durch einen Spinnvorgang, der dem der Kammgarnspinnerei bei Wolle ähnelt, gewonnen. Schappe hat ein regelmäßiges und leicht glänzendes Erscheinungsbild. Verwendung findet Schappe u. a. bei Pullovern und Blusen.

Schleife
Die “Schleife”, auch “Fliege” genannt, bezeichnet jede Art von Halsschleifen für den Herren, die über dem Hemdkragen getragen wird. Sie ist die einzige akzeptable Alternative zur Krawatte und wird anlässlich hoher Festlichkeiten getragen. So bindet man zum Frack (white Tie) eine weiße und zum Smoking (black Tie) eine schwarze Schleife. Obwohl die Schleife viel älter ist als die Krawatte, hat sie heute an Bedeutung verloren. Das Schleifebinden beherrschen nur wenige Leute, was wohl mitunter einer der Gründe für ihre geringe Verwendung sein mag. Erfunden wurde die Schleife am französischen Hofe. Eine Geliebte des Königs Ludwigs des XIV, die Herzogin Louise von Lavalliere, knotete an der Krawatte, die am gleichen Hof erfunden wurde, so lange rum, bis sie “Schmetterlingsflügel” hatte.

Schlips
siehe Krawatte

Schmuckknopf
Der “Schmuckknopf” ist ein mit Steinen besetzter Knopf, der für die Hemdleiste des Smoking- oder Frackhemds verwendet wird. Häufig werden für den Schmuckknopf Granate oder Oxyne verwendet, welche aufgrund ihrer schwarzen Farbe sehr gut zu Smoking oder Frack passen. Der gesteckte Schmuckknopf ersetzt den angenähten Knopf.

Schneiderkante
siehe Handkante oder AMF-Kante

Schottenkaro
Der Name “Schottenkaro”, auch “Tartan” genannt, erklärt sich durch seinen Ursprung als traditionelles Design der schottischen Nationaltracht. Die Größe und Farbstellung des getragenen Schottenkaros unterscheidet schottische Familien und Truppeneinheiten voneinander. So gehörte zu jedem traditionellen schottischen Familiennamen ein spezielles Schottenkaro, wovon ca. 500 bekannt sind. Es gibt farbenfrohe Schottenkaros, genannt “Royal Stewart” aber auch gedeckte, genannt “Muted Tartans”. Das Schottenkaro findet man z.B. bei Kostümen, Jacken, Hosen, Röcken und Hemden.

Schrittlänge
Die Schrittlänge ist ein für die Hosenkonstruktion bedeutendes Maß. Gemessen wird bei der Schrittlänge der Abstand zwischen Schrittspitze und Saum an der Innennaht.

Schulterpolster
Unter “Schulterpolster” versteht man aus Schaumstoff gefertigte Einlagen im Schulterbereich. Die Größe und Dicke der Schulterpolster variieren je nach aktuellem Modestil. Besonders die Damenmode der 80er Jahre ließ Schulterpolster aufleben. So betonten die Damen ihre Weiblichkeit mit schmalen, taillenkurzen Jäckchen, die mit überdimensionalen Schulterpolstern versehen waren.

Schurwolle
“Schurwolle” ist die vom Schaf bei der sogenannten “Schur” gewonnene Wolle. Durch Spinnen wird sie zu einem langen Faden verarbeitet und in unterschiedlichen Qualitäten hergestellt. Schurwolle ist temperaturausgleichend, atmungsaktiv und kühlend im Sommer (Cool Wool), während sie im Winter wohlig wärmt. Das IWS (Internationales Wollsekretariat) zeichnet ausschließlich aus der Schur gewonnene Wollqualitäten ohne Beimischung mit dem Wollsiegel und der Beschreibung “Reine Schurwolle” aus. Reine Schurwolle findet Verwendung bei hochwertigen Bekleidungstextilien wie Anzüge, Kostüme und Pullover.

Schussfaden
Unter “Schussfäden” versteht man die horizontalen Fäden, die sich mit den vertikalen Kettfäden im rechten Winkel kreuzen. Die Lage des Kett- und Schussfaden beim Weben zueinander lässt ein Muster entstehen, welches “Bindung” genannt wird.

Sea Island Cotton
Als “Sea Island Cotton” wird eine der exklusivsten Baumwollsorten der Welt bezeichnet. Sie kommt von den “Sea Islands”, einer Inselgruppe vor dem Bundesstaat Georgia/ USA, und lässt sich durch ihre extra langen Fasern besonders hochwertig verarbeiten. Sea Island hat von Natur aus einen sehr feinen, weichen und kaschmirartigen Griff. Das edle Gewebe zeichnet sich außerdem durch seinen seidigen Glanz und hohe Strapazierfähigkeit aus.
Dolzer verwendet Sea Island Cotton für die Fertigung hochwertiger Hemden und Blusen.

Seersucker
“Seersucker” ist die Bezeichnung für ein Gewebe, das abwechselnd mit einem glatten und einem gekräuselten Streifen versehen ist. Die Crinkle-Struktur dieses leichten Gewebes wirkt temperaturausgleichend und eignet sich daher für sommerliche Kleidungsstücke und Haushaltswaren. Seersucker ist pflegeleicht und muss nicht gebügelt werden.

Seide
“Seide” ist eine der edelsten Naturstoffe und seit ca. 5.000 Jahren bekannt. Die feine Textilfaser, die aus den Kokons der Seidenraupe und der Larve des Seidenspinners gewonnen wird, ist die einzige in der Natur vorkommende textile Endlos-Faser. Das edle Gewebe soll eine Entdeckung von Xiling, der Frau des chinesischen Kaisers Huang-Di, sein. Von China aus brachte man Seide nach Indien, Zentralasien, Persien, Korea und Japan. So war Seide bis ins 13. Jahrhundert ein reines Importprodukt aus dem Orient, das sich nur sehr wohlhabende Menschen leisten konnten. Heutzutage sind Indien, China, Japan, Brasilien und Thailand die größten Seidenproduzenten.

Die glänzende Seide ist durch ihre geringe Dichte sehr leicht und bequem und hat eine hohe Formbeständigkeit. Da Seide sehr gut isoliert, hält sie im Winter warm und im Sommer kühl. Die schimmernde Naturfaser nimmt Farbstoffe hervorragend auf und ist daher sehr gut für Färben und sogenannte “Seidenmalerei” geeignet. Seide wird z. B. für Blusen und Tücher verwendet, aber auch als Mischung bei Blazern, Saccos und Anzügen.

Serge
“Serge” ist die französische Bezeichnung für ein hochwertiges Kammgarngewebe in Köperbindung. Den glatten Kammgarnstoff gibt es in uni und gemustert. Verwendung findet Serge in der Damen- und Herrenbekleidung z. B. für Anzüge und Hosen.

Shantung
“Shantung” ist ein leinenartiges Gewebe, welches ursprünglich in der gleichnamigen chinesischen Provinz hergestellt wurde. Shantung ist eine Wildseide und hat durch die natürlichen Noppen und Faserverdickungen eine rustikale Erscheinung. Shantung wird oft imitiert, so dass Kunstfaser-Shantung besonders im Bereich der Brautmoden gerne verwendet wird.

Shetland
Als “Shetland” bezeichnet man eine auf den Shetlandinseln (Schottland) produzierte Wollart. Shetland ist ein mittel- bis grobfädriges Streichgarn in Melangeoptik. Die Wolle der gleichnamigen Schafe hat einen harten Griff, ist sehr strapazierfähig und knitterresistent. In der Modewelt werden auch fertige Strickwaren, die durch Walken leicht verfilzt werden, als Shetland bezeichnet.

Shiftkleid
siehe Etuikleid

Shorts
Die Bezeichnung “Shorts” leitet sich von dem englischen Begriff “short” (kurz) ab. Shorts sind kurze Freizeithosen für Damen und Herren, die mindestens bis zur Mitte der Oberschenkels und höchstens bis zum Knie reichen, wobei das Knie frei bleibt. Klassisch werden sie aus einem rustikalen Baumwollstoff mit Bundfalte und Aufschlag gefertigt.

Die Ursprünge dieses Bekleidungsstücks liegen in Indien, wo britische Soldaten Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Uniformhosen aufgrund der Hitze kurz oberhalb des Knies abschnitten.

Sisal
“Sisal” ist eine pflanzliche Naturfaser und wird aus den Blättern der Sisalagave gewonnen. Die feine Sisalfaser hat eine besonders hohe Reißfestigkeit und lässt sich gut färben. Darüber hinaus zeichnet sich Sisal durch seine glatte Oberfläche und hohe Resistenz gegenüber Feuchtigkeit aus. Angebaut wird Sisal u.a. in Brasilien, Indonesien, Mexiko und Ostafrika und findet im Bekleidungsbereich kaum Verwendung, jedoch im Home & Living Bereich z. B. bei Teppichen.

Sliponkragen
Unter “Sliponkragen” versteht man ein kurzes, schmales Revers mit Knopfloch. Der Sliponkragen kann auch hochgeschlossen getragen werden und ist meist breiter als das kleine Revers.

Smoking
Der “Smoking”, auch "kleiner Gesellschaftsanzug", engl. "tuxedo" oder "Black tie" genannt, leitet sich von der englischen Bezeichnung “smoking jacket” ab. Ursprünglich war der Smoking eine Anzugjacke, die zum Rauchen in einem speziell dafür vorgesehenem Zimmer übergezogen wurde, um die restliche Kleidung vor dem Rauchgeruch zu schützen. Kennzeichnend für den Smoking sind der Schalkragen und die Längsstreifen auf den Seiten der Hosenbeine (Galons), dazu wird eine Smokingweste und eine schwarze Fliege getragen. Gefertigt wird ein Smoking aus feinen schwarzen oder nachtblauen Schurwollstoffen.

Smokinghemd
Ein Smokinghemd ist die festliche Form eines weißen Herrenhemdes, das zu Smoking und schwarzer Schleife getragen wird. Es ist stets mit Umschlagmanschetten versehen - dazu werden Manschettenknöpfe getragen. Die Hemdbrust des Smokinghemds ist oftmals mit Baumwollpiqué verstärkt; die Knopfleiste ist zumeist verdeckt. Der Kragen ist im Gegensatz zum Frackhemd meist ein normaler Kent-Kragen.

Smokinghose
Eine “Smokinghose” ist eine schwarze oder nachtblaue Hose ohne Umschlag, passend zur Farbe der Jacke. Auch zur weißen Smokingjacke wird eine Hose in schwarz oder dunkelblau kombiniert, niemals aber weiß wie die Jacke. Auf den Außennähten der Smokinghose befindet sich ein einfacher Zierstreifen aus Seide, der sogenannte Galon.

Spencer
Der “Spencer” ist eine nach dem britischen Staatsmann und Premierminister Lord Spencer (Ende 18. Jhd.) benannte, kurze und körpernah bis zur Taille geschnittene Jacke. Die ursprüngliche Schnittform ist identisch mit dem Oberteil des Fracks, so dass es sich sozusagen um einen Frack ohne Schöße handelt. Heute reicht der Begriff Spencer etwas weiter, so dass man auch anders geschnittene Jacken so bezeichnet.

Spitzfasson
Unter dem Begriff “Spitzfasson” versteht man eine spitz zulaufende Reversform. Das Spitzfasson ist ein typisches Merkmal des klassischen Zweireihers.

Sportmanschette
Die “Sportmanschette” ist eine verbreitete Manschettenform, die wie ihr Name schon sagt, weniger formell ist. Bei der Sportmanschette sind zwei Schließknöpfe hintereinander angeordnet. Seltener gibt es sie mit zwei Knöpfen nebeneinander. Die Sportmanschette passt z. B. sehr gut zum Button-Down Kragen.

Sportsacco
Ursprünglich ist ein “Sportsacco” eine einreihige Tweedjacke, die aus der englischen Reitjacke hervorgegangen ist. Das Sportsacco wird heute in einer großen Breite an Qualitäten, von leichten Cashmere-Stoffen, über Seide-Leinen-Gemische bis zu den Klassikern aus Harris Tweed, angeboten. Auch in punkto Farbe und Musterung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Das Sportsacco ist ein vielseitiges Kleidungsstück. Abhängig von der dazu gewählten Hose entsteht ein anderer Stil und Grad an Förmlichkeit: Mit Flanell oder Cavallry Twill wird mehr Etikette gewahrt als mit Cord oder Moleskin. Es darf jedoch niemals davon ausgegangen werden, dass eine Kombination mit Sportsacco den Anzug im Geschäftsalltag ersetzen könnte.

Stecktasche
Eine “Stecktasche” ist eine versteckte Tasche, die insbesondere bei Hosen und Röcken anzutreffen ist. Sie wird waagerecht oder dem Verlauf des Saums entsprechend unsichtbar eingearbeitet.

Stehkragen
Der “Stehkragen” ist ein wesentliches Stilmerkmal des Hemdes im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese Kragenform wurde etwa ab 1850 vorwiegend getragen. Heutzutage haben moderne Hemden einen Umlegekragen, der den schmalen Krawattenteil verdeckt. Der Stehkragen wurde umgangssprachlich auch als “Vatermörder” bezeichnet.

Steinnusskopf
Ursprünglich war das an Elfenbein erinnernde Material als Ballast für frachtlose Schiffe aus Amerika gedacht. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde “Steinnuss” in Europa bekannt und fand schon bald seine Verwendung in der Damen- und Herrenbekleidung. Anfang der sechziger Jahre, im Zuge der wiederkehrenden Naturverbundenheit, wurde Steinnuss als Knopfmaterial wieder entdeckt und von der ganzen Modewelt als neue Anregung aufgenommen.

Stresemann
Der “Stresemann” wurde durch den Reichsaußenminister Gustav Stresemann im Jahre 1925 etabliert. Stresemann war es leid, zwischen Büro und Reichstag den Anzug wechseln zu müssen, so dass er den Cut gegen einen Blazer mit Paspeltaschentauschte. Weil der Stresemann während der Adenauer-Ära gerne zu Staatsempfängen und Konferenzen getragen wurde, etablierte er sich als “Bonner Anzug”.

Der Stresemann eignet sich als Outfit für den eleganten Bräutigam, aber auch für andere Gelegenheiten wie eine Trauerfeier oder ein Bankett. Er ist heute der elegante, kleine Gesellschaftsanzug für den Tag.

Zu der dunkelgrauen Jacke wird eine hellgraue Weste mit einem weißem Hemd kombiniert. Idealerweise trägt man dazu eine silbergraue oder dezent gemusterte Krawatte. Die schwarz-grau gestreifte Hose sollte mit schlichten schwarzen Schnürschuhen abgerundet werden.

Stretch
Unter “Stretch” versteht man eine Kombination elastischer Garne mit unelastischen Garnen in Schuss- und/ oder Kettrichtung. Stretch folgt den Bewegungen des Trägers und vermittelt somit Bequemlichkeit. Es wird z. B. für Damenhosen (Stretchhose) verwendet.

Super Stoffe
Die Auszeichnung eines Stoffes mit "Super" dient der Klassifizierung feiner Schurwollequalitäten. Je feiner die im Stoff verwendeten Fasern, um so höher ist die Super-Zahl. Für Stoffe mit "Super 100’s" werden Fasern mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 18,5 Mikron eingesetzt, wobei 1 Mikron (1µ) genau 0,001 mm entspricht. Bei "Super 180’s" dürfen es lediglich 14,5 Mikron sein. Liebhaber klassifizierter Stoffe schätzen die Weichheit, den schönen Fall und die ausdrucksstarken Dessins. Dolzer bietet folgende Super-Qualitäten an: "Super 100’s","Super 120’s","Super 140’s","Super 160’s" und "Super 180’s".