P - Von Paisley bis Pumps

Paisley
“Paisley” sind verschnörkelte, nierenförmige Muster orientalischer Herkunft. Der Name des Paisley-Musters stammt von der Textilstadt Paisley in der Nähe Glasgows. Dort wurden um 1808 Textilien zum ersten Mal mit dem Muster bedruckt. Die Paisley-Muster werden auch “Kaschmir-” oder “türkische Muster“ genannt.

Panama
“Panama” ist ein locker gewebter und dadurch besonders atmungsaktiver Stoff mit würfelartigem Bindungsbild. Die besondere Optik entsteht durch eine auf Leinwandbindung basierende, sehr enge Verkreuzung der Kett- und Schussfäden. Typisch sind der weiche Griff und die geringe Knitteranfälligkeit.

Pannesamt
Als “Pannesamt” wird Samt bezeichnet, der durch Bügeln oder Pressen geglättet wird und dadurch eine besondere Optik erhält. Die Oberfläche ist sehr glatt, glänzend und spiegelnd.

Parka
Ein “Parka” ist eine lange, oft gefütterte, strapazierfähige Jacke. Ursprünglich wurde der Parka zu militärischen Zwecken getragen, fand aber im Zuge des Trends “Military Look” in den sechziger Jahren Einzug in die Mode. Heute ist diese Allzweckjacke kaum mehr aus dem Straßenbild wegzudenken und in verschiedenen Variationen immer wieder aktuell.

Pashmina
Das Wort “Pashmina” stammt ursprünglichen aus einem persischen Dialekt und bedeutet “Wolle” oder “aus Wolle gefertigt”. Die klassische Zusammensetzung der Pashmina Tücher ist ein Gemisch aus 70% Kaschmirwolle und 30% Seide.

Paspeltasche
Die Bezeichnung “Paspel” stammt aus dem Französischen “passepoil” und bedeutet "schmales Band". Paspeln dienen zur Einfassung und Verzierung, z. B. von Taschen, Futtern und Nähten.

Pattentasche
Unter “Pattentaschen” versteht man eingeschnittene Taschen, deren Eingriff mit einer Taschenklappe oder einem Taschenbesatz bedeckt ist. Die Pattentasche ist eine beliebte Taschenform bei Anzügen.

Pencilskirt
siehe Bleistiftrock

Pepita
“Pepita” ist ein dem Hahnentritt ähnliches Muster, das nach dem Spitznamen der prominenten spanischen Tänzerin Josefa de la Oliva benannt wurde. Pepita besteht aus kleinen, meist schwarz-weißen Karos mit diagonalen Verbindungen.

Perlon
“Perlon” ist eine Handelsbezeichnung für die synthetische Chemiefaser Polyamid. Perlon zeichnet sich durch hohe Festigkeit und Saugfähigkeit aus und ist zudem sehr knitterarm. Eingesetzt wird Perlon für Wäsche sowie Bade-, Strumpf-, Sport- und Freizeitbekleidung.

Pfauenauge
Unter “Pfauenauge”, auch “bird's eye” genannt, versteht man ein Punktmuster auf Kammgarnstoffen. Das Muster entsteht durch den Farbwechsel von je zwei hellen und dunklen Fäden in Kette und Schuss. Das Pfauenauge ist ein Klassiker, der vor allem bei Anzügen Verwendung findet.

Pfeffer und Salz
Klassische Pfeffer- und Salz-Musterungen, auch Fil à Fil genannt, entstehen durch Verwendung heller und dunkler Fäden innerhalb der Kett- und Schussfäden. Diese Punktmusterung der Ware erinnert an Pfeffer- und Salzstreuung. Das Gegenstück dieser Musterung in braun-weiß wird “Zimt und Zucker” genannt

Piacenza
Die Lanificio (deut. Wollfabrik) Piacenza wurde 1733 von Giovanni Francesco und Petro Francesco Piacenza in Pollone, einem kleinen Dörfchen im Vor-Alpengebiet von Biella, gegründet. Die Geschichte der Familie Piacenza lässt sich bis ins Jahr 1622 zurückverfolgen.

Piacenza war eines der ersten italienischen Unternehmen, die nach dem Krieg Wolle aus ihren Fabriken ins Ausland verkauften und mit dem Export 70% der gesamten Produktion abdeckten.

Mittlerweile wird das Unternehmen bereits in der 11. Generation geführt und ist damit Mitglied bei “Les Henokien”, eine 1981 in Frankreich gegründete Vereinigung wohlhabender Traditionsunternehmen, die mindestens 200 Jahre alt sind.

Piacenza-Stoffe werden von Dolzer zu Anzügen und Kostümen verarbeitet.

Picadilly-Kragen
Der “Picadilly-Kragen” zeichnet sich durch eine kurze, abgerundete Kragenspitze aus, die durch schmückende Nadeln verbunden wird. Hemden mit diesem Kragen sind vor allem in den USA sehr beliebt.

Pilling
Unter “Pilling” versteht man unerwünschte, knötchenartige Faserzusammenballungen auf der Oberfläche von Textilien. Umgangssprachlich nennt man diese auch “Wollmäuse” oder “Möppchen”.

Pima-Cotton
“Pima-Cotton” ist wegen ihrer Faserfeinheit als Luxusfaser zu klassifizieren. Sie besitzt einen natürlichen, seidigen Glanz und fühlt sich sehr weich auf der Haut an. Pima-Cotton wird in Peru noch mit der Hand gepflückt, um Beschädigungen der Faser, die beim maschinellen Ernten auftreten, zu vermeiden. In der Regel ist diese Baumwolle auch schadstofffrei. Sehr oft wird Pima-Baumwolle auch mittels Mercerisieren veredelt.

Pinpoint
“Pinpoint” ist das englische Wort für Nadelpunkt und bezeichnet eine Mischung aus Baumwoll-Popeline und Oxford. Die Optik dieses Hemden- und Blusenstoffs ist sehr glatt, hochwertig und äußerst edel. Der für ein reines Baumwollgewebe ungewöhnliche Glanz ist typisch für das Material.

Pinstripe
siehe Nadelstreifen

Piqué
“Piqué” bezeichnet ein Gewebe aus Baumwolle mit abwechselnd erhöhten und vertieften Stellen, die es wie gesteppt (französisch “Piqué”) erscheinen lassen. Polohemden bestehen immer aus Baumwoll-Piqué. Ein typisches Beispiel ist weiterhin das weiße Piqué, das traditionell als Besatz für Smokinghemd oder Frackweste benutzt wird.

Plissee
“Plissee” bezeichnet einen Stoff mit regelmäßigen, schmalen Falten. Plissee entsteht durch das Pressen des Gewebes nach dem Webvorgang.

Pochette
Hinter dem französischen Begriff “Pochette” verbirgt sich das Einstecktuch. Pochette werden in die Brusttasche des Saccos gesteckt und dienen als Accessoire, um dem Anzug eine besonders gepflegte Erscheinung und damit eine elegante Note zu verleihen.

Polohemd
Das “Polohemd” gilt mittlerweile als Bekleidungsklassiker. Es ist ein Hemd mit geripptem Kragen und kurzen, ebenfalls gerippten Ärmeln mit elastischem Bund. Erfinder des Polohemds ist der französische Tennisspieler René Lacoste. Seinen Spitznamen "Krokodil" machte er zum Markenzeichen für seine neu erfundenen Hemden. Während Tennisspieler 1933 noch in langärmligen Hemden spielten, brachte Lacoste seine kurzen, aus luftig gewebtem Baumwoll-Piqué gefertigten Hemden auf den Markt. Neben der Verwendung im Sportbereich ist das Polohemd inzwischen besonders als Freizeithemd beliebt und bekannt.

Polyacryl
“Polyacryl” wurde 1942 in Deutschland entwickelt und wird seit 1954 von der Bayer AG als erster Hersteller in Europa großtechnisch hergestellt. Polyacryl hat einen wollähnlichen Griff und eine hohe Bauschfähigkeit. Darüber hinaus sind die Fasern wärmend, licht- und formbeständig, lange haltbar, pflegeleicht und schnell trocknend.
Aufgrund dieser vielen positiven Eigenschaften wird Polyacryl vielseitig eingesetzt und ist z. B. in Pullovern, Westen, Cardigans, Jacken, Socken, Kniestrümpfen, Trainings- und Jogginganzügen, entweder in Reinform oder Mischungen beispielsweise mit Wolle, zu finden.

Polyamid
“Polyamid”, auch als “Nylon” oder “Perlon” bekannt, zeichnet sich durch besondere Haltbarkeit, hohe Elastizität und Formbeständigkeit aus. 1935 wurden in Amerika erstmals Polyamid-Fasern entwickelt, so dass bereits 1940 in den Vereinigten Staaten die ersten Nylon-Strümpfe verkauft wurden. Fast zeitgleich wurde Polyamid auch in Deutschland unter dem Namen Perlon hergestellt. Bevorzugte Verwendung finden Polyamid-Fasern bei Feinstrümpfen und Strumpfhosen, Damenwäsche, Miederwaren sowie Sport- und Badebekleidung.

Polyester
“Polyester” wird seit 1947 industriell hergestellt und ist besonders in Mischungen mit Baumwolle und Schurwolle zu finden. Bei Mischungen von Polyester und Schurwolle spricht man von der sog. “klassischen Mischung” und meint damit eine Kombination aus 55% Polyester und 45% Wolle. Polyester ist eine sehr pflegeleichte Faser, die durch ihre hohe Festigkeit überdurchschnittlich strapazierfähig ist. Darüber hinaus hat Polyester eine geringe Knitteranfälligkeit und behält ihre Formbeständigkeit auch beim Einwirken von Feuchtigkeit.

Polyurethan
Die synthetische Chemiefaser “Polyurethan” zeichnet sich durch hohe Festigkeit und Beständigkeit aus. Polyurethan ist dehnbarer und elastischer als Gummifäden und häufig als Beimischung mit Baumwolle zu finden. Polyurethan wird unter den Handelsnamen Dolan, Lycra, Dorlastan und Elasthan vertrieben. Der Verbraucher kennt Polyurethan unter dem Namen Stretch.

Pongé
“Pongé” ist ein leichtes, weiches und glattes Naturseidengewebe. Pongé, auch als “Habutai” bezeichnet, ist meist stückgefärbt oder bedruckt.

Popeline
“Popeline” ist die branchenübliche Bezeichnung für ein feingeripptes, leinwandbindiges Gewebe, das aus Baumwolle, Seide, Wolle oder Chemiefaser hergestellt wird. Popeline ist ein besonders dichtes Gewebe, das vor allem bei Hemden und Blusen Verwendung findet.

Prêt-à-Porter
Der aus dem Französischen stammende Begriff “Prêt -à-Porter” bedeutet “fertig zum Tragen” und bezeichnet avantgardistische Kleidung, die von Modeschöpfern der Haute Couture und eigenständigen Designern entworfen wird.
Die Prêt-à-Porter-Mode schafft den Spagat zwischen Haute Couture und Konfektion und wird in beschränkter Anzahl in ausgesuchten Modegeschäften verkauft. Entstanden ist die Mode aus den kleinen, exklusiven Modegeschäften der Pariser Couturiers in den 30er Jahren.
Die berühmten Prêt-à-Porter Schauen namhafter Modeschöpfer finden meist zweimal im Jahr in Mailand, Paris, London und New York statt.

Pumps
“Pumps” sind weit ausgeschnittene, ansonsten aber geschlossene klassische Damenschuhe. Im 16. Jahrhundert eigentlich für Männer erfunden, etablierten sich Pumps dann im 18. Jahrhundert in der Garderobe der Dame. Die ursprünglich flachen Schuhe, änderten im Laufe des 19. Jahrhunderts modebedingt ihre Absatzhöhen, bis sie im 20. Jahrhundert immer höher wurden. Klassische Pumps haben eine elegante mittlere Höhe von 3-7 cm. Seit den 80er Jahren, als Frauen vermehrt eine angemessene Businesskleidung benötigten, haben sich Pumps zum eleganten, weiblichen Businessschuh entwickelt.